Ruderwanderfahrt der Frauen
vom 22.7.bis zum 26.7.l999 nach Amsterdam
„In Amsterdam rudern, können wir das denn?“ Hanneke vom Ruderverein Willem III., mit der Silke Kontakt aufgenommen hatte meinte: „Das könnt Ihr!“ und so starteten am 22.7. früh
vom Eutiner Bahnhof Silke, Elfriede, Gina, Irmgard, Ingrid, Ursula, Karla, Ingemarie, Edda, Heidi J., Wiebke und Heidi S.
Das große Gepäck (Schlafsack u.a.) machte schon das viermalige Umsteigen
zu einer sportlichen Leistung, und Amsterdam empfing uns mit Regen! Nach halbstündiger Straßenbahnfahrt und Fußmarsch über die Utrechtse Brug zum Klub müssen wir mitleiderregend ausgesehen haben,
denn ein junger Mann hielt neben uns an mit der Frage: „Du weißt, wo Du gehst?“. Endlich führte uns der Hausmeister von Willem III. in unser „Lager“. Auf 45 m2 6 Doppelstockbetten (schön stabil und 2 m lang, denn Ruderer sind länger!), kleine Küche, 1 Regal, 1 Tisch, 15 Stühle. Einziger Nachteil, zu der „Dames Kleedkamer“(Duschen und WC) musste man durch die Bootshalle nach draußen, ein paar Meter am Klubhafenbecken entlang und ins Hauptgebäude rein. „ls er niemand meer: Licht ut!“. Es folgte ein gemeinsamer Einkauf für unser Frühstück in einer endlos langen, wenig reizvollen Straße, die wir abends noch mal marschierten zum Lokal „De Klock“, wo uns Saskia und Louis bestens bedienten.
23.7. Wetter gut, zeitweise bedeckt, warm
Ingemarie hat Geburtstag und bekommt einen selbstgebackenen Kuchen, 1 Wegrand- blumenstrauß, Kerzen und ein Lied (wir alle Sekt). Heute führt uns
Hanneke durch die Grachten mit 4 Wherries, je 2 Ruderer, 1 Steuermann und Hanneke sitzt neben dem Steuermann des 1. Bootes. Anfangs auf der breiten Amstel ist es ja noch harmlos, aber dann geht's ins
Zentrum ins Getümmel, wird enger, voller. Es gibt Gegenverkehr bei rechtwinkligen Abzweigungen u.ä. unser ganzes ruderisches Können ist gefordert und manchmal ein bisschen mehr, aber rückblickend
haben wir alles gemeistert und genossen trotzdem die herrlichen Anblicke der Giebel, Brücken, Hausboote, des Museumsschiffs beim Schifffahrtsmuseum usw. Mittagspause Nähe Munlloren direkt an der
Terrasse eines Lokals. Ruderstrecke: 25 km. Zum Kaffee luden wir Hanneke zu uns im Klub ein. Abends per Straßenbahn (Willt tu sitten, ik kan staan.) wieder in die quirlige Innenstadt, nach längerem
Suchen im „Klaes“ gut gegessen. Das Haus kaum breiter als das Treppenhaus mit alten steilen Stiegen, die Gasträume in den Nebengebäuden.
24.7. Sehr warm, Kulturtag.
Am Bahnhof lösten wir
ein Rundfahrtticket für 10 Gulden (Overstappen is togentan) und fuhren zu den Museen. Eine Gruppe entschied sich für Van Gogh, die andere fürs Rijksmuseum mit der Sonderausstellung alter
niederländischer Stilleben. Beim anschließenden Bummel zeigte Amsterdam uns seine vielen Gesichter. Den lauten Trubel am Dam, die romantischen Cafés an den Grachten, die Ruhe des Beguinenhofes, das
Touristengeschäft am Blumenmarkt und das Gewimmel auf dem Wasser von sicherer Brücke aus. Abends wieder gut gegessen im „Klas“, das wir eigentlich gestern gesucht hatten. Auf der Terrasse des
Klubs gab’s noch einen Gutenacht- schluck bei Mondschein und bester Stimmung. Leider vertrieben uns die Mücken.
25.7. Bedeckt, später Sonne und schwül
Heute rudern wir allein mit 3 Wherries
zunächst auf der Amstel stadtauswärts, schöne Häuser am Ufer, Angler, Radler, 2 Windmühlen, das Städtchen Nes an der Amstel mit großer Kirche. Der Fluss Waver dann schmal mit Schilfufer, wenig
Bootsverkehr. 5 Fußgängerbrücken unterfuhren wir langliegend, wenn nicht gerade Kinder sie öffneten und dafür an der Angel ihr Trinkgeld bekamen. Beim Lokal Voetangel (Brill over bord? Tel....)
tankten wir auf für den Rest Rückweg bei Sonne und Gegenwind. Weithin sichtbar das Stadion von Ajax Amsterdam. Reizend das Städtchen Oudekerk. Nach 29 km schoben wir die Boote heil und sauber mit
Erleichterung an ihre Plätze und aßen abends noch einmal bei Saskia und Louis Pannekoken,.
26.07. Wetter schön
Heute heißt es nach dem Frühstück, packen und aufklaren. Mit der Taxe sind wir
viel zu früh am Bahnhof. Eine Wanderfahrt mit tollen Eindrücken und Erlebnissen, vor allem der harmonischen Gemeinsamkeit geht nach zweimaligen Umsteigen in Eutin zu Ende
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