Eutiner Ruderinnen wurden Fachfrauen für Schleusenanlagen Wie die Männer bleiben auch die Frauen vom Germania Ruderverein Eutin traditionell einmal im Jahr unter sich: Eine sommerliche Wanderfahrt lang  erkunden sie gemeinsam neue Ruderreviere und erholen sich zwischen sportlich anspruchsvollen Etappen und gemütlichen Ausflügen vom heimischen  Alltag. Acht Ruderinnen machten sich dieses Mal auf nach Brandenburg an die Havel.  In Fahrgemeinschaften gelangten Elke Bösche, Ingemarie Hanssen, Ilse Nickel, Heidi Schmidt, Traute Schmidt und Ingrid Stein mit den Fahrtenleiterinnen  Ina Maeder und Ingrid David nach Bredereiche an der Havel. Dort konnten vom Berliner Ruderverein Hevella Boote gemietet werden. Eine erste Rudertour  diente vor allem dazu, sich mit den in der wasserreichen Region üblichen "Selbstbedienungs-Schleusen" vertraut zu machen - was dank eines Defektes und  eigentümlicher Bedienungsanleitungen zum ersten Abenteuer geriet, das mit Hilfe erfahrener Mitreisender glücklich ausging.    Reiseleiterin Ingrid David berichtete vom der Fahrt: "Am zweiten Tag ruderten wir bei viel Sonne und starkem Gegenwind havelaufwärts nach Zehdenik. Wir  passierten die Schleusen Regow, Zaaren und  Schorfheide. Durch die Erfahrung des Vortages war die Selbstbedienung dieser Schleusen nun kein Problem  mehr. Bewundernswert war das Havelufer mit dem Waldbestand, den moorigen Wiesen und der wasserliebenden Vogelwelt. Es gab aber auch Uferregionen  in früheren Truppenübungsplätzen, die man wegen Minengefahr nicht betreten durfte - durchaus ein mulmiges Gefühl." Nach 32 Kilometern Tour beschlossen  die Eutinerinnen einen sportlichen Tag mit einer Stärkung in der Turmstube des Schlosses Zehdenik.   Anderentags ging es in die Templiner Gewässer. Nach Überquerung des Kuhwallsees mussten die Ruderinnen an der fast 100 Jahre alten Schleuse  Kannenburg auf die Durchschleusung mit einem Schleusenwärter sehr lange warten - ein Motorboot  hatte Schwierigkeiten in der Schleusenkammer. Es  entschädigte ein hausgemachter wohlschmeckender Kuchen des Kannenburger Gastwirtes.   Der traditionelle Kulturtag führte die Reisegruppe nach Templin. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren Türmen und Stadttoren beeindruckte. Die  Eutinerinnen besichtigten auch die Gutskirche in Alt Placht sowie die Schinkelkirche und Glasbläserei in Annenwalde und schauten nach dem Briefkasten für  den Weihnachtsmann in Himmelpfort.  Insgesamt ruderten die Nordlichter an fünf Tagen satte 122 Kilometer. Ingrid David: "Das ist schon eine ordentliche Strecke, in wunderschöner Natur, bei  windigem, aber insgesamt herrlichem Wetter, mit zusammen 16 Schleusen, die uns zwar oft genervt haben, die uns aber auch zu stolzen Expertinnen für  Selbstschleusenanlagen machten."  Am Pulverturm von Templins Stadtmauer: Die Eutinerinnen Ingemarie Hanssen, Ilse Nickel, Heidi Schmidt, Ingrid Stein, Ina Maeder,  Traute Schmidt,  Ingrid David (von links) und Fotografin Elke Bösche genossen die Sommer-Wanderfahrt dieses Jahres an der Havel.  Foto: Privat