Wanderfahrt der Damen vom 9.- 15. Mai 2003

auf dem Lago Maggiore

von Silke Wriedt

 

Für 12 Ruderinnen des Germania Rudervereins Eutin e.V. -GRVE- stand die diesjährige Wanderfahrt unter dem Motto "Boote, Berge und Blumen". Sie machten sich auf zum Lago Maggiore. 3 Gäste aus Amsterdam, Bad Segeberg und Elmshorn komplettierten die Gruppe.

 

Das Ziel


Lago Maggiore, der Verbanus im alten Rom, viel besungen, als Landschaftswunder gepriesen, ist für viele der Inbegriff des Südens, Bella Italia schlechthin. Mit einer Wasserfläche von 216 qkm ist der nach dem Gardasee zweitgrößte oberitalienische See 66 km lang, aber im Durchschnitt nur 4 km breit, max. 11 km. Bedeutendster Zufluss des Sees ist der Ticinio. Italien und die Schweiz teilen sich den "Großen See": das obere Fünftel gehört zur Eidgenossenschaft. Locarno, die am tiefsten gelegene Stadt der Schweiz (197 m, 17.000 Einwohner) war der feste Ausgangspunkt der Ruderfahrt.

 

Die Anreise


erfolgte mit der Deutschen Bahn AG. Strecke Hamburg – Basel - Bellinzona - Locarno. 12 Stunden Zugfahrt im bequemen ICE waren nicht zuviel. Das Gepäck wurde in Locarno mit zwei Taxis zum Verein gebracht. Die Gruppe wanderte auf der idyllischen Promenade zu Fuß die 10 Minuten zur SCL.

 

Das Quartier


wurde
bei der Società Canottieri Locarno bezogen. Der gastfreundliche Verein liegt wunderschön direkt am Ufer des Sees. Er hat derzeit 80 Aktiv- und 170 Passive Mitglieder. Es werden 24 Schlafplätze vermietet ( 8 X 3-Stock-Betten) in einem Raum. Eine hervorragend ausgestattete Küchenzeile im Vereinsraum animiert zum Zubereiten einfacher Mahlzeiten.

 

Boote


wurden bei der SLC gemietet. 3 Inrigger Vierer "Yole de mer" standen zur Verfügung, so dass auch raue See zu bewältigen war.


Die Rudertouren


An 3 Tagen wurde gerudert. Zunächst auf dem nördlichen Teil des Sees Richtung Muralto, Tenero, vorbei am Naturschutz Reservat Bolle di Magadino nach Magadino, S. Nazzaro. Hier an der schmalsten Stelle (3 km) wurde der See gequert und am Maggia Delta zurück nach Locarno gerudert. Eine kleine, aber feine Tour! Eine Tagestour führte uns über Ascona zu den Isole di Brissago. Hier nun endlich eine gute Anlegemöglichkeit für ein ordentliches Picknick. Der Eintritt in den Park (mit den Sanitärräumen!) kostete 7 sfr. Das hilfsbereite Personal öffnete für die Ruderer die Pforte unentgeltlich. Nach einem Blick zum Himmel ging’s um die Inseln, zurück nach Ascona, Seequerung und noch einmal nach Magadino, wo wir dann nicht anlegen durften.(Wasserski). Die 3. Tour führte uns an dem rauen Ostufer nach Italien. Bei der Zollstation in der Nähe von Zenna gab es eine sehr gute Anlegemöglichkeit, und die Zollbeamten freuten sich über die Abwechslung. Auf dem Rückweg hieß es "dalli-dalli"- Donnergrollen und dunkle Wolken ließen ein Gewitter befürchten. Bevor der berüchtigte "Monte Ceneri" einfiel, erreichten wir unser Quartier.


Das Kulturprogramm


Eine Tagestour führte uns mit dem Ausflugsdampfer zu den Borromäischen Inseln. Die Isola Bella galt bereits zur Barockzeit als so genanntes Weltwunder. Der Pallazo Borromeo und die terrassenförmige Anlage des Parks begeisterte die Ruderinnen. Auf der Rückfahrt unterbrachen wir in Ascona und aßen sehr romantisch an der Promenade zu Abend. An einem weiteren Tag ging es mit der Standseilbahn zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso mit dem wunderschönen Gemälde "Grablegung Christi" von Ciseri. Ein Teil der Gruppe fuhr dann mit der Bergbahn zur 1.671 hoch gelegenen Cimetta , der Rest besichtigte die Kirche San Vittore (11.Jahrh.) In Locarno oder ging shoppen.