Ruderwanderfahrt der Herren nach Masuren vom 23.06.04 - 04.07.2004
von Jochen Knievel
Unter der Leitung des erfahrenen
Polenkenners Manfred Rath und seines Mitorganisators und Finanzministers Peter
David begaben sich elf Ruderer auf die abenteuerliche Reise ins ferne
Masuren. Geplant waren 7 Rudertage, danach 2 Kulturtage und ein Besuch bei
Bekannten in der Kaschubei.
Nach
stimmungsvollem Abschied am Eutiner Bahnhof mit musikalischer Unterstützung
durch Heinz Bossok, ging die Bahnfahrt über Lübeck und Bad Kleinen nach Stettin,
von dort im Liegewagen zu unserem masurischem Standort Gizycko (Lötzen). Am
Bahnhof wurden wir mit dem Bus von unserem polnischen Fahrer Ryszard
abgeholt
und zum 1.Frühstück mit geräucherten Maränen begrüßt. Nach dem 2. Frühstück im
Hotel „ Zamek“ begann die Organisation der Ruderboote. 5 Boote des DRV lagen in
einer riesigen Bootshalle zwischen LKW’s und Segelyachten und wurden in
gemeinsamer Aktion zum neuen Standort in Cos überführt. Die Restaurierung der Boote war im Frühjahr
von einer Arbeitsgruppe unter Mithilfe von Manfred Rath und Peter David erfolgt. Für unsere Rudertouren benutzten wir 2
Vierer mit Steuermann, ein Ruderer wurde immer zum Landdienst eingeteilt. Nach dem Verstauen der übrigen 3 Boote
wurden unsere Vierer mit dem Trailer nach Kruklanki überführt, unserem
Ausgangspunkt am 1. Rudertag. Durch mehrere Seen und den idyllischen Fluss
Sapina gelangten wir trotz eines heftigen Regenschauers glücklich zum Ende der
Fahrt nach Ogonki. Unterwegs durften wir Störche bewundern, und sahen sogar von
Bibern abgenagte Baumstämme, aber leider keine Biber.
Am Ende eines jedes Rudertages wurden die Boote an
gesicherten Liegeplätzen deponiert und die Gruppe mit dem Bus ins Hotel
zurückgebracht. Morgens fuhren wir wieder mit dem Bus zurück, so dass neben den
vielen Ruderkilometern auch etliche Buskilometer hinzukamen. Dadurch lernten wir Masuren nicht nur vom Wasser sondern
auch von Land aus kennen.
Der nächste Tag führte uns bei schönem Wetter von Ogonki über den Mauersee und den Darginsee nach Cos ( in Gizycko) zum Mittagessen dann weiter nach Rydzewa.
Da zu der Zeit gerade die Fußball EM lief, musste abends
natürlich ferngesehen werden, wobei nach dem Ausscheiden von Deutschland aller
Herzen bei Griechenland, der zweiten „deutschen“ Mannschaft waren.
Der dritte Tag führte von Rydzewa nach Nikolaiken, einem
der bekanntesten Ferienorte in Masuren. Da eine Stadt-besichtigung geplant war,
war schon um 15:00 Uhr Ruderende, was für den 3. Tag auch als sehr angenehm
begrüßt wurde. Das Abendessen wurde in einen wunderschönen Fischrestaurant
eingenommen. Beim Bezahlen der Rechnungen ging es allerdings etwas chaotisch zu,
was daraus resultierte, dass der Kellner nur die Gesamtrechnung präsentierte und
nicht verstand, dass wir getrennt bezahlen wollten. Unser Fahrtenleiter war
darüber etwas erzürnt, aber beim abendlichen Fußball und einigen Vodkarunden
glätteten sich die Wogen wieder.
Am 4. Rudertag problemloses Ablegen in Nikolaiken, bis zur
kleinen Fähre bei Wierzba, dort musste unserer Bus die waghalsige Überfahrt
wagen, es ging alles gut aber die Rückfahrt hat der Fährmann abgelehnt. Von dort aus machten wir einen Abstecher zum Schwanensee,
leider blieben beide Boote unter einer kleinen Brücke auf Holzpfählen stecken,
die unsichtbar unter der Wasseroberfläche steckten. Nach vielem Hin und Her
konnte wir uns glücklich befreien, auf dem Schwanensee haben wir leider keine
Schwäne gesehen, ein Boot blieb auf dem Rückweg wieder stecken. Auf dem Rückweg lieferten wir uns ein hartes Rennen gegen
einen Segeloldtimer, das wir dank kräftigen Einsatzes auch gewannen. Am Nachmittag stand eine Wanderung zu einem zoologischem
Forschungszentrum für Biber und Tarpane an. Tarpane sind eine kleine
Pferderasse, die nur dort vorkommen.
Der 5. Rudertag führte uns von Wierzba durch die Schleuse nach Ruciane- Nida, wo am Strand zum Mittag frisch gefangene Forellen gegrillt wurden. Da diese Aktion mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm, musste der Ruderplan umgestellt werden, von diesem Punkt ruderten wir noch eine Schleife, um dann dort unsere Boote in der Marina abzulegen. Kaum waren wir fertig, begann es in Strömen zu regnen, wir waren froh, im Bus zu sitzen.
Unser Fahrtenleiter war mit den bisher geruderten
Kilometern sehr zufrieden, so dass für den 7. Tag in
Abänderung des Programmes
Paddeln statt Rudern angesagt wurde. Deshalb verlief der 6. Tag als letzter
Rudertag von Ruciane- Nida in die Nähe von Iznota, wo die Boote in einem
Wikingercamp auf den Trailer zum Abtransport bereitgelegt wurden. Dieses Camp
ist der abenteuerliche Traum eines Polen, der dort für die Touristen allerlei
Veranstaltungen anbietet, unter anderem auch Schlachten auf einem nachgebautem
Wikingerschiff. Nach Besichtigung seiner Höhlen traten wir die Rückfahrt an, da
wir abends bei Monika, Manfreds polnischer Ansprechpartnerin, zum
selbstgekochten „Bigos“ eingeladen waren. Bei den Gesprächen erfuhren wir viel
über die täglichen Probleme der polnischen Bevölkerung, und lernten auch ihren
zukünftigen Ehemann Sebastian kennen, der auch einige Zeit in Neumünster gelebt
hat.

Die Paddelfahrt am 7.Tag auf dem wunderschönen Fluss Krutynia war für uns eine ganz neue Herausforderung, die von allen, selbst unserem Busfahrer, gut gemeistert wurde. Die Strecke von Krutyn nach Nowy Most schafften wir in ca. 6 Stunden, zwischendurch lieferten sich die Mannschaften etliche Wettfahrten. Abends verstauten wir die Boote im Lager in Cos und bereiteten sie für die nächste Rudergruppe vor.
Die folgenden drei Tage waren kulturellen und gesellschaftlichen Begegnungen gewidmet.
Nach der Besichtigung der Wolfschanze und der Kirche „Heilige Linde“ lernten wir die Marienburg kennen, und erreichten abends unser Hotel in Danzig.
Nach einer sehr interessanten Stadtführung am nächsten Tag hatten wir Gelegenheit, Prälat Jankowski, einen Bekannten von Manfred, kennen zu lernen. Der Rest des Tages war zur freien Verfügung. Für den Abend hatten wir Karten für die Operette „Cardasfürstin“, außer der Musik verstanden wir nicht viel von der Handlung.

Der vorletzte Tag war einem Besuch bei der Familie Kobylinski in der Kaschubei vorbehalten, die uns und einige polnische Freunde zum Grillen eingeladen hatte. In ihrem wunderschönen Ferienhaus am See verbrachten wir ein paar interessante und amüsante Stunden.
Die Rückfahrt am nächsten Tag verlief problemlos; abends holten uns unsere Frauen zum Ausklang in den „Köpi Stuben“ in Eutin ab.
Fazit: Eine ausgezeichnet vorbereitete und gut gelungene Ruderwanderfahrt in eine wunderschöne Landschaft.
Als gesamte Ruderstrecke konnten wir 201 Kilometer auf unserem Konto verbuchen.
Falls andere Rudergruppen auch eine Reise ins schöne Masuren planen, können sie sich für genauere Informationen gern an Manfred Rath wenden. Adresse: 23701 Eutin, Charlottenstraße 43, Tel.: 04521/3983 Fax.: 04521/709001.